Einsichten und Glauben

Die Einsicht ist schon ein seltsames Konstrukt.

Sie kommt oft schlagartig. Bleibt ein paar Momente, Stunden, Tage oder gar Jahre und verschwindet oft genauso schnell wieder wie sie gekommen ist.
Ist es dann der innere Schweinehund der sie davonjagt oder eine andere Einsicht die diese ablöst?
Und woher kommt die Einsicht?
Ist es die Erfahrung oder eine neue Erkenntnis unserer Umweltwahrnehmung die diese entstehen lässt?

Ich denke es hat etwas mit der „Sicht“ auf die Dinge zu tun. Man ändert…  ja, was ändert man?
Seine Einstellung? Den Blick auf sich selbst oder das Objekt?
Aber demnach wäre Einsicht eine rein subjektive und individuelle Betrachtungsweise einer Sache, eines Umstandes oder einer Person.

Wie oder besser wann können wir also von einer Einsicht sprechen die mit dem Kollektiv geteilt wird und mit diesem vereinbar ist? Und was hat das ganze mit Glauben zu tun?

Ein Beispiel:

Wenn ich die Behauptung in den Raum werfe „Krieg tötet Menschen“ wird mir (fast) jeder vollkommen zustimmen.
Ergo sind alle die mit mir übereinstimmen zu der Einsicht gekommen das Krieg definitiv etwas schlechtes ist und dieser Menschen tötet.

Wenn ich jedoch im Gegenzug behaupten würde „Religionen und Glaube vernichtet die Menschen“ wird mir (fast) KEINER vollkommen zustimmen.
Ergo sind alle die nicht mit mir übereinstimmen zu der Einsicht gekommen das diese Aussage wohl etwas schwachsinnig ist, denn Religion bedeutet doch Frieden, Zusammenhalt und Ehrfürchtigkeit vor dem Leben.

Wenn man nun aber über seinen christlichen, muslimischen, jüdischen, budhistischen, hinduistischen, kurz gesagt religiösen Tellerrand blickt und sich die Ursachen der auf der Welt geführten Kriege genauer ansieht, wird man in 99% der Fälle erkenne das diese aus Glaubenskonflikten entstanden sind.
Selbst der 2. Weltkrieg wurde unter dem wahnwitzigem GLAUBEN geführt eine anderer Rasse (Religion) wäre die bessere.
Selbst politisch bedingte Kriege sind nur Resultate aus dem glauben eine andere Verhaltensweise / Regierung / Einstellung wäre falsch und bedürfe militärischem Einschreitens.
Demnach sind Glaube und Krieg schon immer einhergegangen – sprich die zweite Aussage ist weit treffender als die erste.
Denn nicht der Krieg war da und tötet, sondern der Glaube der einen Krieg entstehen lässt.
Und zu dieser Einsicht wird jeder kommen der sich etwas genauer damit befasst.

Damit ändert sich jedoch wieder das Verhältnis zu sich selbst, da man eine Wandlung vollzogen hat die diese Einsicht zu lies.
Aber ist das jetzt wirklich so oder glaubt man nur die richtige Ein- bzw. Ansicht zu haben weil es schliesslich alle anderen auch so sehen?

Es bleibt wohl dabei.
Einsicht ist Ansichtssache oder einfach nur die Fähigkeit über den Tellerand zu blicken und einen Schritt auf andere zu zu gehen.

Ich für meine Teil glaube nicht, ich weiss dass Religionen vielen Trost spenden aber noch vielen mehr den Tod bringen und damit das wirkliche Übel unseres Planeten sind.
Denn würden wir die Menschen einfach als das sehen was sie sind:
Extrem kurzzeitig lebende Zellhaufen mit einem gewissen Grad an Bewusstsein und Verstand, dessen Überleben schon allein durch die Natur selbst gefährdet genug ist, würde uns klar werden das wir uns alle zusammen nicht noch ausrotten sollten sondern zusammen agieren und Einsicht und Glaube dort lassen sollte wo sie hingehören.

In unserer Fantasie.

Felsbrocken

Prüfungen

Jeden Tag gibt es neue.
Manche sind einfach zu lösen, andere brauchen Geduld und Zeit.
Wieder andere scheinen nie enden zu wollen und dennoch stellt man sich ihnen.

Von der ich jetzt schreibe ist eine davon.

Sie begann vor über 4 Jahren und wird, wenn es nach mir geht, wohl auch erst dann bestanden sein wenn ich eines Tages die Radischen von unten wachsen sehe.
Der Prüfungsinhalt ist eigentlich schnell erfasst: Meistere dein Leben.
Wieso diese Prüfung erst vor gut 4 Jahren begann? Weil dort mein Leben die Wendung gemacht hat die es brauchte um es lebens- und liebeswert zu machen.
Natürlich dauert die Prüfung im gesamten schon fast 1/3 Jahrhundert aber dennoch ist es dieser Abschnitt der, der mir bisher zwar die grössten Sorgen, aber vor allem die grösste Hoffnung gibt sie mit Erfolg und Bravur zu bestehen.

Dass das Leben nicht so läuft wie wir wollen ist hinlänglich bekannt.
Wir kämpfen für unser Leben und unsere Lieben. Oft mit erschreckenden und niederschmetternden Niederlagen die nach weiteren harten Kämpfen und Tragödien dennoch sich zum Guten wenden.

Und dann gibt es die Momente wo der Blick nach vorne von einer, mit nachdruck ins Schloss geworfenen, Tür versperrt wird und Möglichkeiten und Träume erstmal zunichte macht und zerstört scheinen.
Aber dennoch bleiben noch genügend Türen, ja sogar Tore, durch die man erhobenen Hauptes schreiten kann ohne sich der Belastung der verriegelten Tür ergeben zu müssen.

Und schon ist wieder ein Teil der Prüfung geschafft:
Die Erkenntnis das es immer andere Wege gibt und sich neue auftun wo andere im Abgrund versinken.

Und die allerwichtigste Erkenntnis für euch die ihr das lest:

Auf Felsbrocken kann man nicht schreiben, nur meisseln. Und was in Stein gemeisselt ist das zählt!

P.S.: Ich liebe Euch!

Sommerkälte

Es ist Mai.

Die ersten heissen Tage vorüber und die Menschen stöhnen vor der einbrechenden Kälte.

Selbst wenn die Aussichten auf schöneres Wetter vor der Türe warten und wir sie aussperren um uns über das nasskalte Draussen zu beschweren.

Doch ist es nicht der Wind der uns den Kopf heben lässt und die Sicht auf die Dinge verändert?
Die jüngst gewachsenen Blätter an den Bäumen die in einem tiefen grün erstrahlen durch dämmriges Licht.
Die Regentropfen die sich selbst auf den in sich kauerenden Blüten in den Gärten und Grünflächen spiegeln.
Das trübe Zwielicht das sich wie ein stilles Tuch auf die Welt legt und uns dazu bringt ein wenig leiser, nachdenklicher, zu sein.

An Tagen wie heute können wir unser eigener Felsbrocken sein der uns im Weg liegt und die Sicht auf die schönen Winkel verdeckt.